Vorsorgeuntersuchungen

Arbeitsmedizinische Vorsorge ArbMedVV

Die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung ist keine Eignungsuntersuchung. Der Mitarbeiter wird im Rahmen der Vorsorge über Gesundheitsgefahren bei der Arbeit informiert und beraten.

Der Arbeitgeber hat auf Basis der Gefährdungsbeurteilung der jeweiligen beruflichen Tätigkeit für eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge zu sorgen. Der Begriff „arbeitsmedizinische Vorsorge“ umfasst die Pflicht-, Angebots-, und Wunschvorsorge und wird in der Arbeitsmedizinischen Verordnung (ArbMedVV) geregelt.

Zum Teil umfasst die arbeitsmedizinische Vorsorge auch medizinische Untersuchungen. Dies setzt allerdings voraus, dass der Mitarbeiter zugestimmt hat. Alle Ergebnisse und Befunde fallen unter die ärztliche Schweigepflicht und werden nicht an den Arbeitgeber weitergeleitet. Der Betriebsarzt erstellt für diesen lediglich eine Vorsorgebescheinigung mit Angaben über Zeitpunkt und Anlass des Vorsorgetermins und wann die nächste arbeitsmedizinische Vorsorge fällig ist.

Folgende Untersuchungen bietet Arbeitsmedizin Nord:

Liste der Vorsorgen nach ArbMedVV:

ehem. G 2 Blei oder seine Verbindungen (mit Ausnahme der Bleialkyle)
ehem. G 3 Bleialkyle
ehem. G 5 Nitroglykoll oder Nitroglyzerin
ehem. G 6 Schwefelkohlenstoff
ehem. G 7 Kohlenmonoxid
ehem. G 8 Benzol
ehem. G 9 Quecksilber oder seine Verbindungen
ehem. G 10 Methanol
ehem. G 11 Schwefelwasserstoff
ehem. G 12 Phosphor (weißer)
ehem. G 13 Chloroplatinate
ehem. G 14 Trichlorethen (Trichlorethylen) und andere Chlorkohlenwasserstoff-Lösungsmittel
ehem. G 15 Chrom-VI-Verbindungen
ehem. G 16 Arsen oder seine Verbindungen
ehem. G 17 Künstliche optische Strahlung
ehem. G 19 Dimethylformamid
ehem. G 20 Lärm
ehem. G 21 Kältearbeiten
ehem. G 22 Säureschäden der Zähne
ehem. G 23 Obstruktive Atemwegserkrankungen
ehem. G 24 Hauterkrankungen (mit Ausnahme von Hautkrebs)
ehem. G 26 Atemschutzgeräte
ehem. G 27 Isocyanate
ehem. G 28 Arbeiten in sauerstoffreduzierter Atmosphäre
ehem. G 29 Benzolhomologe (Toluol, Xylol)
ehem. G 32 Cadmium oder seine Verbindungen
ehem. G 33 Aromatische Nitro- oder Aminoverbindungen
ehem. G 34 Fluor oder seine anorganischen Verbindungen
ehem. G 35 Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Bedingungen
ehem. G 36 Vinylchlorid
ehem. G 37 Bildschirmarbeitsplätze
ehem. G 38 Nickel oder seine Verbindungen
ehem. G 39 Schweißrauche
ehem. G 40 Krebserzeugende Gefahrstoffe – allgemein
ehem. G 42 Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung
ehem. G 44 Hartholzstäube
ehem. G 45 Styrol
ehem. G 46 Belastungen d. Muskel- u. Skelettsystems einschließlich Vibrationen

Auszüge aus der (ArbMedVV)

Pflichtvorsorge:

Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) § 4 Pflichtvorsorge

(1) Der Arbeitgeber hat nach Maßgabe des Anhangs Pflichtvorsorge für die Beschäftigten zu veranlassen. Pflichtvorsorge muss vor Aufnahme der Tätigkeit und anschließend in regelmäßigen Abständen veranlasst werden.
(2) Der Arbeitgeber darf eine Tätigkeit nur ausüben lassen, wenn der oder die Beschäftigte an der Pflichtvorsorge teilgenommen hat.
(3) (weggefallen)

Angebotsvorsorge:

Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) § 5 Angebotsvorsorge

(1) Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten Angebotsvorsorge nach Maßgabe des Anhangs anzubieten. Angebotsvorsorge muss vor Aufnahme der Tätigkeit und anschließend in regelmäßigen Abständen angeboten werden. Das Ausschlagen eines Angebots entbindet den Arbeitgeber nicht von der Verpflichtung, weiter regelmäßig Angebotsvorsorge anzubieten.
(2) Erhält der Arbeitgeber Kenntnis von einer Erkrankung, die im ursächlichen Zusammenhang mit der Tätigkeit des oder der Beschäftigten stehen kann, so hat er ihm oder ihr unverzüglich Angebotsvorsorge anzubieten. Dies gilt auch für Beschäftigte mit vergleichbaren Tätigkeiten, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie ebenfalls gefährdet sein können.
(3) Der Arbeitgeber hat Beschäftigten sowie ehemals Beschäftigten nach Maßgabe des Anhangs nach Beendigung bestimmter Tätigkeiten, bei denen nach längeren Latenzzeiten Gesundheitsstörungen auftreten können, nachgehende Vorsorge anzubieten. Am Ende des Beschäftigungsverhältnisses überträgt der Arbeitgeber diese Verpflichtung auf den zuständigen gesetzlichen Unfallversicherungsträger und überlässt ihm die erforderlichen Unterlagen in Kopie, sofern der oder die Beschäftigte eingewilligt hat.

Wunschvorsorge:

Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) § 5a Wunschvorsorge

Über die Vorschriften des Anhangs hinaus hat der Arbeitgeber den Beschäftigten auf ihren Wunsch hin regelmäßig arbeitsmedizinische Vorsorge nach § 11 des Arbeitsschutzgesetzes zu ermöglichen, es sei denn, auf Grund der Beurteilung der Arbeitsbedingungen und der getroffenen Schutzmaßnahmen ist nicht mit einem Gesundheitsschaden zu rechnen.